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12 December 2008 @ 9am

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popular culture

Mercedes Bunz in Graz

Das Aufeinandertreffen mit Mercedes Bunz gestern an der FH Joanneum hat mich daran erinnert, dass ich neben meiner Soup auch noch einen Blog habe – und der nicht ganz verweisen sollte.

Mercedes Bunz hat zum Thema “Was aus der Popkultur im Internet geworden ist” referiert. Vom Flyer-Text:

Immer wieder gab es in der Geschichte der Popkultur Menschen, die sich zusammenschlossen, um Dinge anders zu gestalten. Das Internet hat neue Vertriebsmöglichkeiten geschaffen, jedoch auch soziale Beziehungen transformiert. Freunde sind heute immer auch Arbeitszusammenhänge. Dinge anders zu machen, wird praktisch erwartet.
Der Vortrag wird diese Transformationen aufmerksam beobachten, sich dabei jedoch keineswegs mit hängendem Popkulturkopf in die Ecke trollen. Es gibt weiterhin Wege, die Widersprüche des digitalen Kapitalismus zu surfen. Are you loneley? Tired of working on your own? Do you hate making decisions? Hold a meeting!

Ähnlich wie schon Diedrich Diederichsen ein Monat davor hat Bunz zunächst eine chronologische Herangehensweise gewählt, um das Thema zu erörtern. Popkultur war ab den 60ern vor allem Jugendkultur; eine Kultur für mehr Selbstbestimmung; eine Kultur, die sich definierte durch Widerstand gegen die Eltern und das System der (Fabriks-)arbeit.

Das Aufkommen des Internet ändert natürlich auch Popkultur und deren Konsumenten bzw. Repräsentanten. “Das Internet öffnet neue Vertriebswege für Popkultur”, sagt Bunz. Jeder könne sich entscheiden, wie angepasst er agiere. Ob er sich im Long Tail verstecke oder eine Weile auf der Welle der Massenkultur reite.

Einige Zitate aus dem Vortrag (und der anschließenden Fragerunde):

“Abweichung wird zur neuen Norm. Widerspenstigkeit wird entzogen.”
“Blogs sind im Grunde genommen nichts anderes als eine neue Form von Magazinen.”
“Was vorher drohte in einer kleinen Nische zu verrotten, kann durch das Internet in die Welt hinaus.”
“Freunde sind meine Konsumenten. Be my Comment.”

Mercedes Bunz bringt mehrere Beispiele, wie sich Popkultur im Internet manifestiert. Eine MySpace-Seite als Kunstprojekt des Künstlers Leandro Quintero. Ein wenig gehaltvolles Prada-Video mit Musik von Antony and the Johnsons bzw. Coco Rosie. Sowie das Londoner Design-Blog It’s Nice That.

Auf einen großartigen Text von Bunz in diesem Zusammenhang sei noch hingewiesen: Sozial 2.0: Herr, Knecht, Feind, Freund, erschienen im vergangenen Frühjahr im De-Bug.

PS: Ich hoffe, dass diese Zusammenfassung nicht zu sehr verkürzt ist. Berichtigungen und Ergänzungen in den Kommentaren sehr erwünscht. Das Team von JUKreiz hat die Lecture von Meredes Bunz gestreamt. Die Aufzeichnung des Streams ist allerdings noch nicht online abrufbar, sollte es aber hoffentlich demnächst. Update: Heinz hat seine Aufnahme der Lecture jetzt auch online gestellt.

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4 Comments

Posted by
babsi
12 December 2008 @ 10am

Der Vortrag gestern erscheint zwar zunächstt weniger komplex als diedrich diederichsen’s, dennoch hat sie wichtige Punkte der auf uns wartenden Zukunft angesprochen = Popkultur als Beruf (digitale Boheme – ohne es glücklicherweise so zu nennen), und die Perspektive die der Popkultur ihre Widerständigkeit raubt, uns mit Freunden und Freundinnen vernetzt die gleichzeitig unserer ArbeitskollegInnen sind.


Posted by
julian
12 December 2008 @ 3pm

Danke, Babsi. Ja, ich stimme zu. Der Vortrag war etwas weniger dicht als jener von Diederichsen. Aber das fand ich auch sehr angenehm.
Was findest du nicht gut am Begriff der “Digitalen Bohème”?
Zum Thema passend: What is the most Authentic Alt Job? http://www.hipsterrunoff.com/2008/10/what-is-the-most-authentic-alt-job.html


Posted by
Markus
12 December 2008 @ 10pm

Der Stream (und all seine dokumentierten Probleme) ist (sind) nun online abrufbar! ;)
Liebe Grüße
Markus


Posted by
julian
15 December 2008 @ 10am

Danke fürs Update, Markus. Die ersten paar Minuten sind beim Link von Heinz zu sehen, danach gibts die bessere Tonqualität auf make.tv.


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